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Hollis Explorer Rebreather

Hollis Explorer eSCREin Rebreather für Sporttaucher – „macht so etwas Sinn?“ mag sich der eine oder andere im ersten Augenblick fragen. Er besitzt elektronische Komponenten, absolut einfach zu bedienen und sicher soll er sein…. Zugegeben, wir waren im ersten Moment auch nicht überzeugt von der Idee, aber schließlich kann man nur mitreden, wenn man das Gerät selbst getaucht hat.

Es folgte also der Anruf bei Hollis, wir bestellten zwei komplette Kreislauftauchgeräte, inkl. Flasche und dem optionalen CO2-Sensor – schließlich wollten wir uns vom Komplettsystem einen Eindruck machen.

Schon das Öffnen des Kartons hat uns positiv überrascht: Wir sehen erst einmal keinen Rebreather, sondern eine Transportbox aus Kunststoff, in der das Gerät ausgeliefert wird. Dies macht natürlich schon einmal einen hochwertigen Eindruck. Der kurze Check auf Vollständigkeit der Lieferung brachte uns aber erst einmal aus dem Konzept, denn das BOV (Bail-Out-Valve) war nicht dabei, das Kreislaufgerät somit nicht tauchfähig.

Hollis möchte mit dieser Vorgehensweise erreichen, daß nur auf dem Gerät ausgebildete Taucher auch mit dem Hollis Explorer ins Wasser gehen; das BOV wird an den Instruktor geschickt, bei dem man seine Ausbildung macht. Somit mussten wir dann noch ein paar Tage warten, bis wir das Gerät vollständig vor uns liegen hatten.

Der Kreisel selbst wird mittels Backplate und Harness getragen, was ja sowieso unsere liebste Art des Tauchens ist. Das Harness ist durchgehend und ohne Schnickschnack, es lässt sich schnell und gewohnt auf den Taucher einstellen. Die mitgelieferte Aluminium-Backplate ist aber unserer Meinung nach die falsche Wahl wenn es ums Tauchen in unseren kalten Gewässern geht, wo man ja auf Grund des Trockentauchanzugs eh ein paar Kilo mehr Blei benötigt.

Die Anbringung des Bleis wird später auch noch für Unmut sorgen: Am Kopf des Gerätes befindet sich eine Bleitasche, welche mit 4kg Blei bestückt werden kann, zur Justierung des Trimms. 4kg + Aluminiumbackplate reichen jedoch ganz sicher nicht aus, allerdings scheitern wir am Versuch ein P-Weight einzusetzen. Der Bolzenabstand des Gerätes ist leider 3mm zu kurz (und nicht änderbar), und unsere P-Weights haben keine Langlöcher (ebenso wie die dicken Stahlbackplates), so daß wir hier kurzfristig nicht den nötigen Abtrieb herstellen konnten. Alternative waren Bleistücke am Harness oder eben ganz klassisch: ein Bleigurt.

Aber zurück zum eigentlichen Rebreather. Chris Ullmann (IART) kam zu uns nach Nürnberg, um mit uns den Instruktor-Kurs auf dem Gerät durchzuführen.

Zuerst zerlegten wir das Gerät bis in alle Einzelteile, also Deckel runter, Gegenlungen ausgebaut, Schläuche abgeschraubt, Kalkbehälter und Elektronik auf den Tisch gelegt und sogar die Aufnahme für den Kalkbehälter und Elektronik schraubten wir ab, wie auch das ADV – dennoch blieb alles sehr übersichtlich.

Ein falsches Zusammenbauen schien aber gar nicht möglich zu sein, hier haben sich die Entwickler sicher etwas dabei gedacht.  Die Elektronik ist wasserdicht vergossen und arbeitet über Induktionsschleifen, der Flaschendruck wird mittels Funksender übermittelt. Neben Sauerstoffpartialdruck (3 Sauerstoffsensoren) und dem CO2-Gehalt (über den optionalen CO2-Sensor) wird sogar der Kalkbehälter zusätzlich an 5 Stellen über Temperatursensoren überwacht, worüber restliche Standzeit des Atemkalks abgeschätzt werden kann.

Auch von außen ist zu sehen, ob der Kalkbehälter eingesetzt ist, und auch der LED-Status des Headup-Displays leuchtet zusätzlich an der Seite des Kreislaufgerätes im Kopf der Elektronik und zeigt somit auch dem Buddy den aktuellen Zustand des Gerätes an.

Sensoren einbauen, O-Ringe fetten und den Hollis Explorer wieder komplett zusammensetzen war dann die Aufgabe, was auch wirklich einfach gelang.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Theorie, einer ausführlichen Einweisung in den mitgelieferten Computer und natürlich in die Predive-Checks, welche vor jedem Tauchgang unumgänglich sind.

An den folgenden Tagen folgten die ersten Tauchgänge mit dem Hollis Explorer Rebreather, und die Erfahrung war faszinierend. Ein sehr guter Atemkomfort, wie man ihn sicher nicht von jedem Kreislaufgerät kennt, überzeugte ebenso, wie die einfache Kontrolle und Handhabung des Systems. Wir lernten die Ergebnisse unterschiedlicher Einstellungen am Computer und bekamen wirklich sehr schnell ein Gefühl für das Tauchen mit diesem Rebreather.

Jeder, der einmal Kreislaufgeräte ausprobieren möchte und ausschließlich im Bereich bis 40 Meter Tiefe unterwegs ist, sollte dieses Gerät einmal probetauchen.

Zu beziehen ist das Kreislaufgerät in unserem Onlineshop Hollis Explorer. Die entsprechende Ausbildung zum Rebreather gibt es natürlich bei Tauchausflug.eu

31.10.15: Bilder ergänzt.

 

 

Kissed by KISS

Erste Erfahrungen mit dem KISS
(c) Achim Schlöffel

Während unserer Ägyptensafari im November hatte ich mir etwas besonderes vorgenommen – ich wollte unbedingt Erfahrungen mit einem mCCR sammeln und habe mich entschlossen mit Achim einen entsprechenden Kurs – natürlich nach ISE – zu absolvieren. Viele Gerüchte stehen ja ums Thema CCR-Tauchen, kann es sicher sein, wo sind die Gefahren, worauf ist zu achten…..

Der erste Eindruck: Ist der leicht und handlich! Absolut kein Vergleich zu meinem Hyperion 🙂

Der erste Tauchgang gestaltete sich schon völlig problemlos – keine Umstellung zum bekannten Kreiseltauchen, nur ein wesentlich besserer Atemkomfort.

Trotz Stages, Scooter und Kamera war die gleichzeitige Bedienung und Überwachung des Rebreathers auch während der weiteren Tauchgänge keine große Herausforderung, das Handling geschah nach kürzester Zeit schon intuitiv.

Egal in welcher Position, das Tauchen mit dem KISS machte einfach nur Spaß, die Tauchgänge fühlten sich frei und leicht an.

Während der Woche machten wir natürlich auch ausführlich Theorie und diskutierten über die verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten sowie deren Vor- und Nachteile.

Wer Interesse an einem Schnuppertauchen auf CCRs hat (KISS als mCCR oder Prism2 als eCCR) kann sich gerne bei uns melden – aber Vorsicht, es besteht sehr hohes Suchtpotential!

Tauchunfall mit Poseidon MK VI

In der Nähe von Setubal (Portugal) wurde ein Taucher tot im Flachwasser gefunden. Wie sich wohl herausstellte, tauchte er ohne die zwingend notwendige Kalkpatrone, welche CO2 aus der Ausatemluft bindet und starb daher vermutlich an Hyperkapnie.

Wir können den Vorfall nicht beurteilen – schließlich waren wir nicht dabei, aber es zeigt immer wieder wie wichtig eine gründliche Vorbereitung auf Rebreathertauchgänge ist.

Weitere Informationen gibt es in den englischen Boards:

http://www.rebreatherworld.com und
http://www.ccrexplorers.com

Warum O2 Rebreather?

(c) InnerSpace Explorers

Sauerstoffkreislaufgeräte sind eigentlich schon fast in Vergessenheit geraten – aber sind sie wirklich „aus der Mode gekommen? Was bringen Sie, was leisten Sie?

Die Vorteile eines solchen Gerätes liegen eigentlich auf der Hand:

klein & handlich
Begründet durch die Abmessungen und das Gewicht eignet sich das Gerät für alle Tauchgebiete – egal ob man es im Flugzeug transportieren möchte oder man in den Alpen einen langen, beschwerlichen  Weg zum Bergsee gehen muss. Auch Frauen und Senioren, welche das Geschleppe der Ausrüstung nicht (mehr) mögen, ist es das optimale Tauchgerät.

blasenlos tauchen
Tauchen ohne Blasen ermöglicht nicht nur Unterwasserfotografen einen völlig neuen Zugang zu der Unterwasserwelt. Lebewesen werden unter Wasser nicht mehr durch das laute geblubber abgeschreckt und verscheucht – wie auf dem Bild zu sehen ist kommt man extrem nah an die Lebewesen heran.

Technisch Tauchen mit Sauerstoffrebreathern?
Auch Tec-Taucher haben die O2-Kreisel für bestimmte Einsätze entdeckt. Vor allem für das Absitzen langer Deko-Stopps in 6m Tiefe eignet sich ein O2-Kreislaufgerät.

Limits beim Sauerstoffrebreather:
Begrenzt wird man natürlich auf Grund der O2-Toxizität in der Tauchtiefe – mit maximal 10 Metern hat man zwar einen begrenzten Einsatzbereich, dieser ist jedoch meist der interessanteste an Riffen und im See. Weitere Limits hat man natürlich durch Sauerstoff-Vorrat und Kalkmenge.

Hier noch ein Interessantes Video über Auf- und Zusammenbau eines O2-Rebreathers und ein paar schöne Anwendungsbeispiele:

Ausbildung für Sauerstoffrebreather gibt es unter anderem bei InnerSpace Explorers.